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Schultheatertage 2007

21. bis 25. Mai 2007

Schultheatertage 2007
Schultheatertage 2007
Schultheatertage 2007

Kurzfassung der Geschichte »Von Walter, der auszog, das Fürchten zu lernen«

Premiere am 25.05.07 im Reithaus – 13. Schultheatertage in Weimar

Handelnde Figuren

Walter
kleiner Junge, Träumer, hat vor nichts Angst.

Walters Geschwister
völlig überlastet, Eltern nie da, kriegen Walter nicht in den Griff.

Wilde Bande
vier gefährliche Kerle, mit großer Klappe, die den ganzen Tag nur rumhängen.

Schutzengelbrigade
haben wegen Walter das Handtuch geworfen, können nichts mehr für ihn tun, streichen ihn von der Liste

Engel Nummer 4
bleibt Walter treu, ist empört über die herzlose Schutzengelbrigade

Familie Schmidt
fiese reiche Leute mit zwei quengelnden, verwöhnten Bälgern, alle sind tierisch abergläubisch

Freundliche Zufallsbrigade
Schutzengellehrlinge, sind nur zufällig mal da, ob`s Walter nun passt oder auch nicht

Handlung

Schmidts kaufen den Spielplatz des Wohngebiets und wollen ein riesiges, hässliches Haus darauf bauen. Es gibt plötzlich keinen Spielplatz mehr, sondern nur noch eine Baustelle und einen Bauzaun. Alle sind sauer – besonders die Wilde Bande.

Walter interessiert das absolut nicht, trotz aller Verbotsschilder geht er immer wieder auf »seinen« Spielplatz und schert sich um nichts.

Eines Tages entdeckt ihn Familie Schmidt auf ihrem Grundstück und sperrt ihn in ihren Geräteschuppen. Die Wilde Bande weiß das – kann aber nichts machen – Bauzaun, großer Hund usw. Die Geschwister suchen Walter, als er nicht nach Hause kommt.

Engel Nummer 4 hat inzwischen beschlossen einzugreifen und zeigt sich – bis dahin unsichtbar - der menschlichen Welt – gegen den Willen seiner Kollegen. Die Freundliche Zufallsbrigade ist zufällig auch dabei, hat aber gerade Pause.

Engel Nummer 4 hat einen Plan, hält eine Rede ans Volk – alle helfen mit, und Walter wird befreit.
Am Ende flüchtet sogar Familie Schmidt.
Walter wieder da! Spielplatz wieder da – alles gut.

Klingt chaotisch, kompliziert, undurchführbar? Chaotisch war`s, undurchführbar nicht.

Was der Zuschauer nicht unbedingt bemerkt, die Theaterlehrerin aber jubeln lässt – der Zusammenhalt der Kinder auf der Bühne! Die Gruppe löst Probleme – live! Man hilft sich gegenseitig, kennt ganze Textpassagen vom Anderen, obwohl man die eigenen vergessen hat.

Die Kinder sind frei, und sie haben sichtlich Spaß an ihrem eigenen Spiel, schmunzeln über sich selbst, nehmen Verbindung zum Publikum auf, reagieren aufeinander.

Hinterher ist man äußerst selbstkritisch, jedoch des Lobes voll, vor allem für die Mitspieler auf der Bühne.

Wunderbar für die Theaterlehrerin ist dies gewesen:
Der Darsteller der Titelfigur hatte – weil noch sehr klein und insgesamt ziemlich autark in allen seinen Handlungen - von Beginn an Schwierigkeiten mit der »Spieldisziplin«, mit der »Probendisziplin« und überhaupt.

Die Theaterlehrerin musste immer mal wieder um Verständnis bitten, Geduld anmahnen. Und trotzdem war es nicht immer zu vermeiden, dass äußerst angenervte Kinder sagten: »Mann, der rennt ja immer nur rum, wie er will. Der geht auf die Bühne, obwohl er nicht soll. Der hält sich ja an keine Regel!«

Die Theaterlehrerin griff zu einem Trick. Sie schrieb all das, was der kleine, unerfahrene, »undisziplinierte« Junge so machte, in seine Rolle hinein.

Und dann – wie durch ein Wunder – änderte sich die Wahrnehmung der Kinder.

Nun war zu hören: »Mann, der macht das wirklich gut! Der geht auf die Bühne ohne Scheu. Der macht genau das, was er soll – und dabei ist der doch noch so klein!«

Man merke sich also: Die Kinder dürfen nie gezwungen werden gegen sich selbst zu spielen!
Eine gute Moral – oder? Eigentlich für das ganze schwere und wunderbare Lehrerdasein!
Nicht nur beim Theaterspielen.

Kathrin Witte

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